Über uns
 
Über uns   Chronik   Betreuer  

Alles was mit der Gründung des Schützenverein "Germania" Middelburg v. 1927 e.V. zu tun hat, findet ihr in diesem Bereich.


Angefangen von den Gründungsmitgliedern über die Entstehung des Vereins bis hin zu den heutigen Ereignissen.


VEREINSGRÜNDUNG


Im Jahre 1927 gründeten Mitglieder eines aufgelösten Boßelvereins den Schieß- verein Middelburg. Die Gründe für die Auflösung bzw. für den Wechsel der Sportart sind uns leider nicht bekannt.

Das genaue Datum ist ebenfalls nicht bekannt. Da in den Ostfriesischen Nach-richten für den 29. April zwecks Gründung eines neuen Boßelvereins in die Gaststätte „Zur Linde“ in Kirchdorferfeld eingeladen wurde, muss sich die Auflösung des Bosselbvereins bzw. die Vereinsgründung des Schießvereins im I. Quartal Jahres 1927 vollzogen haben.

Vierundzwanzig Mitglieder zählte der Verein bei seiner Neugründung. Diese kamen aus den Dörfern Kirchdorf (Middelburg), Popens, Schirum und der Stadt Aurich.

Erster und einziger Vorsitzender des Vereins in den Vorkriegsjahren war Lübbe Fleßner aus Popens, der am Kanal in unmittelbarer Nähe der Kleinbahntrasse, dem heutigen Ostfreisland-Wanderweg, seinen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftete. Söhne und Enkel des Mitbegründers sind heute im Schützen-verein Popens aktiv. Die Vereinskasse wurde von Friedrich Folkerts verwaltet. Die weitere Besetzung des Vorstandes ist nicht bekannt.

Bereits im Jahr der Neugründung konnte eine Vereinsfahne geweiht werden; zum Fahnenträger wurde Remmer Aden aus Schirum gewählt.

Über eine Schießsportanlage hat der Verein bis zur Einstellung des Sportbetriebes nicht verfügt. Geschossen wurde in der Gaststätte Ahrends mit Luftgewehren; als Geschosse dienten Stahlbolzen. Wettkämpfe wurden wegen mangelnder Konkurrenz nicht bestritten.

In den Jahren 1927 bis 1934 wurde alljährlich ein Schützenfest, von den Schützen Sommerfest genannt, abgehalten. Bis 1930 wurde das Festzelt in unmittelbarer Nähe der damaligen Fleischmehlfabrik, dem späteren Wohngrundstück von Menno Freese, aufgebaut. 1931 und 1932 stand das Festzelt an der Leerer Landstraße auf dem Grundstück von Lübbe Saathoff (Lübbe „Schuster“). Erst in den Jahren 1933 und 1934 wurde das Sommerfest auf dem Grundstück der Gaststätte am Middelburger Weg gefeiert. Der Festumzug am Sonntag führte die Schützen jeweils nach Schirum. Mit von der Partie war immer die Blaskapelle Schirumer Leegmoor. Die Vereinsfahne wurde zum Sommerfest 1933 mit einer von Hinrich Koch, Schirumer Leegmoor, gefertigten Spitze mit Hakenkreuz versehen.

Neben den Sommerfesten veranstaltete man auch Winterfeste. Die öffentlich ausgeschriebenen Tanzveranstaltungen fanden bei Lührs in Schirum oder Peters in Großefehn-Felde statt. Den inzwischen an die Macht gekommenen Nationalsozialisten war das Schützen-wesen ein Dorn im Auge. So litt z. B. das 20. Deutsche Bundesschießen im Jahre 1934 in Leipzig sehr stark unter den von der totalitären Regierung vorgesehenen Einengungen und Vorschriften; mangelnde Beteiligung war die Folge. Eine dieser Vorschriften bezog sich auch auf das Tragen von Ehrenzeichen und Orden. Danach durften nur die von Reichregierung genehmigten Sportehren-zeichen getragen werden. Bei Zuwiderhandlung drohte Gefängnis bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (Reichsgesetzblatt Teil I 1934 Nr. 52 Seite 101).

Der Deutsche Schützenbund sollte beseitigt werden und an seine Stelle trat schließlich ein Deutscher Schützenverband. Dieser bemühte sich in völliger Verkennung des Deutschen Schützengedankens, das deutsche Schießsportwesen in einen militärischen Wehrsport umzuwandeln, womit sich die Schützen nicht einverstanden erklären konnten. Im Jahre 1938 erfolgte dann die endgültige Auflösung des Deutschen Schützenbundes (Seine Neugründung erfolgte am 18. November 1951 in Köln).

Die letzten Aktivitäten des Vereins lagen im Jahre 1936. Am 14. März feierte man die Einweihung der neuen Betonbrücke über den Kanal und im Anschluss daran die Verlobung des Vereinskassierers Friedrich Folkerts. Auch an dessen Hochzeit am 3. Juli 1936 nahm eine Abordnung des Vereins teil. Danach trat man offiziell

nicht mehr in Erscheinung. Eine Auflösung wurde jedoch weder beschlossen noch bekanntgegeben.

Die Vereinsfahne erlitt ein trauriges Schicksal. Beim Eintreffen der Besatzungs-truppen wurden Fahnentuch, Fahnenstock und Fahnenspitze mit Hakenkreuz getrennt. Das Fahnentuch wurde im Garten von Jakob Folkerts vergraben, später wieder ausgegraben und, da als Fahnentuch nicht mehr erkennbar, als Feudel benutzt. Der Fahnenstock mit der Gravur „Germania“ wurde für die Herstellung eines Strauchbesens genutzt. Der Verbleib der Fahnenspitze ist ungeklärt.


Erst zu Beginn des Jahres 1960 war der „Dornröschenschlaf“ des Vereins beendet. Unter den 27 Vereinsmitgliedern bei der Neugründung vier Mitglieder, die bereits an der erstmaligen Gründung im Jahre 1927 beteiligt waren. Gerhard Kugelmann, gebürtiger Middelburger und in Popens wohnhaft, übernahm den Vorsitz für die kommenden 15 Jahre. Eine durchgeführte Sammlung ermöglichte die Anschaffung eines Luftgewehres. Geschossen wurde zunächst im Schankraum der Gaststätte auf einer Distanz von ca. 7 Metern. Gelegentlich wurde auch durch ein geöffnetes Fenster auf die im Freien befestigte Ringscheibe geschossen. Später wechselte man auf die Dresch-diele. Im Jahre 1961 wurde in Eigenleistung ein Teil des vom Gastwirt Onno Ahrends zur Verfügung gestellten Stallgebäude umgebaut und an der Südseite des Gebäudes durch Anbau ein offener Schießstand geschaffen. Der Schießbetrieb wurde von Anfang an intensiv betrieben. Geschossen wurde in den sechziger Jahren auf 12er Scheiben. Die Mannschaften bei Staffelkämpfen bestanden aus acht Schützen, die jeweils 15 Schuss abzugeben hatten. Bei Teilnahmen an den Kreismeisterschaften war man überaus erfolgreich; etliche Male wurde die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften in Emden erreicht. Der Erfolg von Vereinskönig Helmut Kronshagen beim Kreisköningsschießen im Jahre 1967 war der Auslöser für die bis heute durchgeführten geselligen Großveranstaltungen auf Kreisebene. Feierte man in Middelburg noch im kleinen Kreis, bedarf es heute schon Festhallen, um die alljährlichen rd. 600 Festteilnehmer am Kreiskönigsschießen unterzubringen. Mit den Kreiskönigen Gerhard Löschen (1987) und Hans-Ewald Meyer (1994) gelang es wiederum Middelburgern, die Ausrichtung des Kreiskönigsschießens nach Middelburg zu holen. Die zunehmende Zahl von Mitgliedern, darunter sehr viele Jugendliche, war im Jahre 1974 Anlaß für die Erweiterung des Aufenthaltsraumes. Bis 1975 war der Schießsport in Middelburg eine reine Männerdomäne. Erika Carstens stellte im Mai 1976 den Antrag auf Gründung einer Damenabteilung. Diesen Entschluß hat man in Middelburg nicht bereut. Die überaus aktive Abteilung konnte in der Vergangenheit unzählige sportliche Erfolge erzielen.


Ein regelrechter Schießsportboom entwickelte sich Anfang der achtziger Jahre. Jugendsportleiter Karljohann Schoon übernahm die Jugendabteilung und konnte nach kurzer Zeit bereits über 30 Jugendliche für den Schießsport begeistern. Der selbst überaus erfolgreiche Sportschütze widmete jede freie Minute seiner Freizeit den Jugendlichen. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Unzählige Erfolge auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene wurden erzielt. Mit Ingo Fleßner erreichte erstmals ein Middelburger die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Middelburger Jugendliche hatten Stammplätze in Auswahlmannschaften Aufenthaltsraumes Kreis-, Bezirks- und Landesebene.

Unter Karljohann Schoon wurden die Middelburger Sportwochen eingeführt. In Zusammenarbeit mit dem Kreisfachverband Schießsport wurde erstmals in Ostfriesland ein Sommerbiathlon, ein Wettkampf mit Laufen und Schießen, durchgeführt. Höhepunkt seiner Laufbahn die Ausrichtung des „Tages der Jugend“ des Ostfriesischen Schützenbundes im Jahre 1986. Neben mehren Einzel- und Mannschafterfolgen in den verschiedenen Alterklassen konnte Gastgeber Middelburg den Gesamtsieg erringen. Urkunde, Wanderpokal und ein neues Luftgewehr der Marke Feinwerkbau im Werte von rd. 1.500,00 DM war der Lohn für diese hervorragende Leistung.

Die ständige Aufwärtsentwicklung des Vereins, inzwischen zählte man 100 Mitglieder, machte eine Erweiterung des Schießstandes erforderlich. 1995 begann man mit dem Bau einer neuen Schießhalle. Mit erheblichem finanziellen Aufwand und mehr als 4000 Arbeitsstunden wurde eine moderne Schießstandanlage geschaffen; die Einweihung feierte man im Mai 1996. Möglich war dieses Projekt auch nur durch die Unterstützung der Stadt Aurich und dem Landessportbund.Bis zur Schließung der Gaststätte Ahrends im Jahre 1997 trafen sich die Mitglieder regelmäßig dort. Die Monatsversammlungen und die Jahreshauptversammlung wurden im sog. Clubzimmer abgehalten. Im Jahre 1998 wurde der Aufenthaltsraum im Schießstand um die bisher als Garage und Hühnerstall genutzten Flächen erweitert. Auch der Einbau von sanitären Einrichtungen erfolgte bei dieser Baumaßnahme.

Neben dem Schützenfest im Monat Juni sind eine Radtour. ein Boßeln, das Saisonabschlußgrillen sowie das Nikolausschießen feste Bestandteile im Veranstaltungsprogramm. Über das Bessensmieten wird an anderer Stelle ausführlich berichtet.

Aber nicht der Schießsport prägte das Vereinsgeschehen. Mehr als zwei Jahrzehnte wurde unter der Leitung von Fritz Folkerts regelmäßig am Sonntagmorgen als Ausgleichssport gebosselt. Das Interesse an diesen Veranstaltungen führte sogar neue Mitglieder in den Verein. Das der Verein während seines Bestehens auch Handballgeschichte schrieb, wird an anderer Stelle ausführlich behandelt.Neben den sportlichen Aktivitäten beteiligen sich die Mitglieder aber auch an der dörflichen Gemeinschaft. Seit Bestehen der Kirchdorfer Behinderteneinrichtung „Lüttje Dörp“ ist der Verein die Vorbereitung und Durchführung des alljährlichen Sommerfestes dieser Einrichtung beteiligt. Die Teilnahme am Trauergottesdienst und anschließender Gedenkfeier zum Volkstrauertag ist für die Schützen Verpflichtung.Auch bei der Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Pauluskirche in Kirchdorf legten die Mitglieder des Vereins mit Hand an; Pastor Straakholder revanchierte sich mit einem Arbeitseinsatz bei den Umbauarbeiten am Schießstand.

Die Arbeit in den dörflichen Vereinen wird ausnahmslos ehrenamtlich ausgeübt. Darüber hinaus waren Vereinsmitglieder immer wieder bereit, ehrenamtliche Mitarbeit in übergeordneten Verbänden und Sportbünden zu leisten. So waren bzw. sind unsere Mitglieder auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene in unterschiedlichsten Funktionen tätig. Amtszeiten von mehr als 20 Jahren sind dabei keine Seltenheit; hohe Ehrungen wurden den Schützen dafür zuteil. Stellvertretend sei hier nur Hans-Ewald Meyer genannt, der erst kürzlich mit dem Susemiehl-Orden, der höchsten Auszeichnung des Ostfr. Schützenbundes, ausgezeichnet wurde. Aus- und Fortbildung von Sportleitern und Mitgliedern wurde stets intensiv betrieben. So verfügt der Verein neben geprüften Schießwarten, Sportleitern und Jugendleitern über zwei Ausbilder des Deutschen Schützenbundes die zur Erlangung der Jugendbasislizenz im Ostfriesischen Schützenbund tätig sind.

Die Technik machte auch vor dem Schießsport nicht halt. So kommen heute Luftgewehre und -pistolen von höchster Präsision zum Einsatz. Der Wert einer einzelnen Waffe liegt dabei bei rd. 2.500,00 DM. Spezielle Schießjacken, -hosen und -schuhe steigern die Leistungsfähigkeit unserer Sportschützen.

Ebenso hat die Elektronische Datenverarbeitung Einzug gehalten. EDV-Programme werden im Training und bei der Auswertung der Schießergebnisse eingesetzt. Schriftführer und Kassenwart wickeln ihre Amtsgeschäfte überwiegend am PC aus.

Sportliche Aktivitäten und ein reges Vereinsleben prägen den Verein. Langjährige Amtszeiten der verschiedenen Vorstandsmitglieder und langjährige Mitgliedschaften der Mitglieder bestätigen dies. Das der Schießsport auch mit zunehmenden Alter noch intensiv betrieben werden kann, beweisen unsere Alters-und Seniorenschützinnen und -schützen. In diesen Mannschaften sind noch Mitglieder aktiv, die bereits bei der Neugründung im Jahre 1960 dazugehörten.


GRÜNDUNGSMITGLIEDER


Gründungsmitglieder des Schießvereins Middelburg v. 1927


August Rabenberg

Johann Adams

Onno Ahrends

Evert Gronewold

Johann Flessner

Schwer van Westen

Lübbe Flessner

Keus van Westen

Marten Flessner

Rick Ringering

Friedrich Folkerts

Jan Röben

Lammert Folkerts

Hinrich Koch

Harm Friedrichs

Heinrich Carstens

Mehme Friedrichs

Hinrich Jungenkrüger

Harm Bakenhus

Remmer Aden


Mitglieder des Schützenvereins "Germania" Middelburg v. 1927 e.V.

bei der Neugründung am 09. März 1960


Gerhard Kugelmann

Johann Adams sen.

Hermann Dirks

Folkert (Folli) Folkerts

August Rabenberg

Gerhard Janssen

Wilhelm Janssen

Dietrich Carstens

Ehme Carstens

Gerd Adams

Johann Adams jun.

Jacob Ahrends

Onno Ahrends

Reinhard Dirks

Hermann Flessner

Dirk (Fritz) Folkerts

Eilert Frerichs

Menno Freese

Evert Gronewold

Georg Kastner

Jacob Folkerts

Gerd Janssen

Hermann Ahrends

Johann Altona

Johann Saathoff

Heinz Kugelmann

Gerd Redenius



GESCHICHTE


Die Entstehung wurde im Text von Kreisfachwart Schießsport Schützenbruder Hinrich Kronshagen verfasst und zum 75-jährigen Bestehen der Germanen vorgetragen. Gleichzeitig wurde das 51. Kreisverbandsschützenfest des Kreisschützenverband Aurich Aurich gefeiert, bei dem die Middelburger ihre neue Vereinsfahne der Öffentlichkeit vorstellte, die Vom Präsidenten des Ostfriesischen Schützenbundes Gerhard Dirks geweiht wurde. Patenfahne wurde die Fahne der Schützen aus Felde. Wir danken unserem Schützenbruder Hinrich Kronshagen für seine hervorragende Recherche.


Middelburg, Mittelburg oder auch Middelbörg ist weder ein Dorf noch ein festumgrenzter Ortsteil. Möglicherweise hat es sich ursprünglich nur um ein Gebäude, dem Gebäude in unmittelbarer Nähe der heutigen Middelburger Brücke bzw. deren Vorgängerinnen gehandelt. Der Bau der ersten Brücke erfolgte mit dem Kanalbau in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Diese alte Drehbrücke wurde im Jahre 1936 durch eine Betonbrücke ersetzt. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde der Verlauf der heutigen Bundesstraße begradigt und der Standort der neuen Brücke um ca. 30 Meter verlegt. Diese Brücke wurde im Jahre 1978 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt.


Urkundlich erwähnt wurde Middelburg u. a. im Jahre 1857. Zitat Ostfriesische Nachrichten vom 18.01.1969: "Als am 2. April 1857 die Gastwirtschaft Middelbörg abbrannte, versuchten die Schirumer die weitere Konzession zu unterbinden und an sich zu ziehen. Doch das Amt befürwortete den Fortbestand. Weil, soweit die Nachrichten reichten, mindestens seit 40 Jahren (rechtsverjährte Frist) dort immer eine Gaststätte und Schenkwirtschaft bestanden habe, die Lage sehr günstig und für den verkehr sehr wertvoll sei und weil bei Jahrmärkten die Stadt Aurich mitunter überfüllt sei und dann ähnlich wie in der Coldehörn manche Reisenden mit ihren Pferden untergebracht werden könnten. Früher sei die Middelbörg von Aurichern häufig als Kaffeehaus besucht worden doch habe sich der Umfang unter einem Leistungsschwachen Besitzer seit Jahren verringert. Der jetzige Besitzer ist imstande, das Haus neu aufzubauen und zeitgemäß einzurichten".


Der Bau des Gebäude muss also vor 1817 erfolgt sein. Bei dem Besitzer des wiederaufgebauten Gebäudes dürfte es sich um einen Holländer gehandelt haben, denn ein solcher verkaufte das Grundstück nach einem erneuten Brand im Jahre 1880 an Onno Eden Ahrends. Bisher waren die Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Gemarkungsgrenze Schirum beheimatet. Der Neubau, fertiggestellt im Jahre 1882 wurde weiter in Richtung des im Bau befindlichen Kanals gesetzt, da der Gastwirt im Auftrag der Wasserbauverwaltung für monatlich einen Taler auf den Kanalbetrieb zu achten hatte. Bei einem erneuten Brand im Jahre 1921 wurde erfreulicherweise nur der Scheunentrakt ein Raub der Flammen; das Vorderhaus konnte gerettet werden.


Die weiteren Eigentümer waren Sohn Jakob Ahrends, Enkel Onno Ahrends, Urenkel Jakob Ahrends und Urenkelin Gretje Janssen geb. Ahrends. Im Jahre 1998 wurde nach der Schließung der Gaststätte das Anwesen an Horst-Köther verkauft, der heute auf dem Gelände einen Baumschulbetrieb betreibt.


Woher der Name Middelburg, früher auch Mittelburg, kommt, weiß so recht niemand. Das Tischbanner des dort ansässigen Schützenvereins Germania zeigt das Bild einer wasserumgebenen Burganlage mit der Unterschrift "Middelburg um 1300". Fahrenmaler Bernhard Remmers aus Leerhafe will die Vorlage vom Deutschen Schützenmuseum in München zur Verfügung gestellt bekommen haben. Des weiteren taucht der Name Middelburg national nur einmal in Schleswig-Holstein und international als Hauptstadt der Provinz Seeland in den Niederlanden auf.


Im Ortsnamenbuch Deutschlands wird der Ort Middelburg als eine Ansammlung von Häusern mit insgesamt 147 Einwohnern geführt. Middelburg ist neben Kirchdorferfeld und Westerfeld einer von drei Ortsteilen der ehemals selbstständigen Gemeinde Kirchdorf.


Geografisch gesehen liegt Middelburg im sogenannten Dreiländereck. Hier treffen an der Middelburger Brücke das östlich gelegene Popens und das südlich gelegene Schirum mit Kirchdorf zusammen.


Am 31. Mai 1965 wurden die Gemeinden Extum, Haxtum, Kirchdorf und Rahe zur Samtgemeinde Upstalsboom zusammengeschlossen. Die Verwaltung von Upstalsboom war in der ehemaligen Volksschule in Rahe, dem heutigen Vereinsheim des Bosselvereins Rahe ansässig. Erster und einziger Gemeindedirektor war seit 1967 Ekke Bussmann aus Kirchdorf. Unterstützt wurde er in seiner Arbeit durch die Auszubildende Gerda Ulferts, vielen besser bekannt unter den Namen Gerda Klug, die bei der Stadtverwaltung Aurich u. a. für die Kultur zuständig ist.


Bürgermeister der Samtgemeinde war von 1965 bis 1972 Nikolaus Frerichs aus dem Ortsteil Rahe.


Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1972 wurde die Samtgemeinde eingemeindet in die Stadt Aurich. Vertreten werden die Interessen der Ortsteile von Upstalsboom durch die Ortsbürgermeister. Erster Ortsbürgermeister war Andreas Behrends aus Extum. Ihn löste im jahre 1986 Karl Kronshagen aus Kirchdorf ab. Von 1991 bis 1996 lag die Verantwortung in den Händen von Andreas Lengert. Nach seinem Ausscheiden im Jahre 1996 übernahm Antje Harms aus Kirchdorf, die gleichzeitig auch das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Aurich bekleidet, dieses Amt.


HANDBALLSTARS


Ein Stück Handballgeschichte schrieben die Mitglieder des Schützenvereins in den Jahren 1968 bis 1975. Auf Initiative der damals 17jährigen Hinrich Kronshagen und Johann Röben nahm man 1968 erstmals an den alljährlich stattfinden Handball-Stadtmeisterschaften des MTV Aurich teil.


Die am Schützenhaus gelegene „Festwiese“ wurde während der Vorbereitungs-phasen kurzerhand zu einem Handballspielfeld umfunktioniert. Nicht zu den Sportvereinen zählend stufte man die Mannschaft in die Gruppe der Firmen und Behörden ein. Auf Anhieb schaffte man den 4. Platz. Im Folgejahr 1969 konnte schon der 3. Platz errungen werden. Das Jahr 1970 zeigte den deutlichen Leistungsunterschied zu den anderen teilnehmenden Mannschaften. Ergeb-nisse mit zweistelligem Torunterschied waren an der Tagesordnung; Platz 1 war der Lohn für eine konstante Leistung. Auf Antrag wurde man ab dem Folgejahr den Sportvereinen zugeordnet.


Aber auch hier war die Mannschaft mit ihrer recht unkomplizierten Spielweise nicht zu schlagen. Im ersten Jahr in dieser Spielklasse musste man sich zwar noch mit dem 4. Platz begnügen. Die darauffolgenden drei Jahre waren die Middelburger nicht vom Siegerpodest zu vertreiben.


Das Erfolgsrezept der Vereinsmannschaft:


Im Tor ein hervorragender Alfred Carstens, der seine Gegenspieler schier zur Verzweiflung brachte. Eine kompakte Abwehr, die konsequent zur Sache ging. Ein etwas behäbiger Angriff, der seine Erfolge durch Würfe aus der 2. Reihe suchte und fand. Kreisläufer Johann Röben. Ein Wirbelwind, der nicht nur bei Tempogegenstößen seinen Gegenspielern das Nachsehen gab. Mehrfach erfolgreichster Torschütze bei den Turnieren. Der ruhende Pol in der Abwehr Klaas Buskohl. Einst erfolgreicher Fußballspieler sicherte bei Angriffen seiner Mannschaftskameraden den Rückraum. Traute sich selten über die Mittellinie und vereitelte so manchen Tempogegenstoß des Gegeners.

Sowohl Alfred Carstens als auch Johann Röben erhielten zahlreiche lukrative Angebote von Handballvereinen. Sie blieben aber ihrer Mannschaft treu. Die Erfolge der Middelburger prägten auch die Stadtmeisterschaften. Bei jedem Spiel der Middelburger war die Sporthalle am Ellernfeld stets ausverkauft. Unvergessen auch die Siegesfeiern im Vereinlokal, wo Familie Ahrends Spieler und Anhänger jeweils großzügig bewirtete.

1975 ging eine erfolgreiche Handball-Ära zu Ende. Aufgrund der Ankündigung eines Schiedsrichters, den erneuten Sieg der Mannschaft zu vereiteln, startete man im Finale unter Protest gegen das Jugendzentrum Popens. Die Siegesfeier beging man mit dem Turniersieger Popens einträchtig in dessen Vereinsgaststätte am Fernsehturm. Auf weitere Teilnahmen wurden seither verzichtet.

Mehrfache Angebote des Veranstalters, den Verein zu einer erneuten Teilnahme an den Turnieren zu bewegen, wurden abgelehnt.


FUNKTIONÄRE


Gerhard Carstens


Kreisjugendsportleiter des Kreisschützenverbandes (1973-1992)

Stellv. Presswart des Kreisschützenverbandes (1981-1982)


Hinrich Kronshagen


Pressewart im Kreisschützenverband Aurich

Schriftführer im Kreisschützenverband Aurich

stellv. Pressewart im Kreisschützenverband (1992-1999)

Schriftführer im Kreisfachverband Schießsport (1981-)

Mitglied im Hauptausschusses im Kreissportbund Aurich (1988-)

Mitglied des Hauptausschusses des Bezirksfachverbandes Schießsport Weser / Ems (1988-)

Mitglied im Hauptausschuss des Nds. Schützenbundes (seit 2002)


Anton Kugelmann


stellv. Kreisjugendsportleiter des Kreisschützenverbandes (1973-1992)


Gerhard Kugelmann † 11.01.1991


2. stellv. Vorsitzender des Kreisschützenverbandes (1973-1981)

Ehrenmitglied im Kreisverbandsvorstand (1981-1991)


Hans-Ewald Meyer


Kreissportleiter 1981-1996

Bezirksjugendsportleiter 1991-1998

Bezirkssportleiter seit 1998


Bonno Schoon


2. stellv. Vorsitzender im Kreisschützenverband (seit 1997)


Karljohann Schoon


stellv. Jugendsportleiter im Kreisschützenverband Aurich (1991-1995)

Referent für Aus- und Fortbildung im Ostfriesischen Schützenbund JuBaLi (seit 2006)

Nationaler Kampfrichter im Nordwestdeutschen Schützenbund (seit 2007)

Kreisjugendsportleiter (kommissarisch) im Kreisschützenverband Aurich (seit 2008)


Claus-Helge Klassen


stellv. Bezirksjugendsprecher (1988 -1989)

Referent Gewehr im Kreisschützenverband Aurich (2002 - 2007)

Webmaster im Kreisschützenverband Aurich (2002 - 2007)

Referent für Aus- und Fortbildung im Ostfriesischen Schützenbund JuBaLi (seit 2006)


Johann Kronshagen


stellv. Rendant im Kreisschützenverband Aurich (seit 2007)